Spanien ist zum zweiten Mal Weltmeister. Meine spanischen Wurzeln schlagen Salto vor Freude. Fakt ist leider auch, dass ich schon lange die Bindung verloren habe. Dennoch ist es natürlich so, dass ich mich neben den Spielen von Deutschland auch für die La Furia Roja interessiere und mich über diesen Titel sehr freue. Ich freue mich vor allem für die Menschen in Spanien, die ganz normalen Menschen. Selten gab es einen Weltmeister, der es mehr verdient hat.
Das Geheimnis des Erfolges ist keines. Spanien hat Erfolg, weil es tut, was Spanien schon immer im Fußball getan hat, wie Spanien spielen, man setzt auf die spanischen Tugenden, auf die Identität den der Fußball seit 100 Jahren hat. Die Namen der Spieler haben sich verändert, die Art, wie man Fußball spielt und denkt dagegen kein Stück. Vergleicht man dies mit der deutschen Mannschaft, erkennt man schnell die Problematik. Deutsche Mannschaften waren bei Weltmeisterschaften stets gefürchtet. Während bei den Spaniern der Fokus auf Ballbesitz und dem Spiel mit dem Ball liegt, war die bestimmende deutsche stärke, das Spiel ohne Ball. Bis man vor ein paar Jahren meinte, man müsste im Stile des restlichen Landes alles neu erfinden. Der Fokus sollte auf dem Ballbesitz liegen, man wollte spanischer als die Spanier spielen. Es endete auch bei dieser WM mit dem ausscheiden gegen eine statistisch schlechteste Mannschaft des Turniers. Denn das spanische Tiki Taka iist bei uns endlos lahmes, unnützes Ballgeschiebe.
Man findet in Barcelona und Madrid den ein oder anderen spanischen Spieler, der als Einzelspieler besser ist als manch einer, der für die Weltmeisterschaft berufen wurde. Aber der Star ist die Mannschaft und es gibt einen Chef, der niemals sagen würde das er Chef ist, er zeigt es mit Leistung bei jedem Spiel – Rodri. Was für ein wunderbarer Spieler. In Deutschland hätte alles geschrieben, das Leistungsprinzip wäre außer Kraft gesetzt. Das ist an sich Quatsch und bei der Umkehrung dessen gleich zweimal. Denn wir haben das Leistungsprinzip eh auf den Kopf gestellt. Es gibt keine Sieger mehr in unserem Jugendfußball, damit die, die nicht so gut sind und verlieren nicht weinen, das ist der O-Ton der damaligen Verlautbarung. Man hätte auch sagen können, ab jetzt orientieren wir uns an den Schwachen. Klar bei meiner Formulierung flippen die links Verdrehten sofort aus. Das, was wir bei dieser WM gesehen haben, war übrigens die erstes waschechte NLZ Generation. Hoffen wir auf Besserung, auf Kloppo und Heavy Metall Fußball.
Bis dahin erfreue ich mich an den Bildern aus Spanien.
