Blau ist bunt genug
Super Überschrift, brauner. Ach was, ich bin kein brauner, jedenfalls kein echter. Schon eher ein blauer, aber eigentlich auch nur um dagegen zu sein. Ein Blau-Schwarzer bin ich, das dafür aber total und für immer.
Ich hab die politischen Lager schon oft gewechselt, was ich im übrigen auch für keine schlechte Angewohnheit halte. In der Politik sollte es um Inhalte gehen, aus meiner Sicht hat niemals immer der recht, der Gewohnheitsmäßig gewählt wurde.
Die SPD habe ich lange gewählt. Für die Arbeiter stehen, ein Ohr für die Schwachen zu haben und Widerstandsfähig zu sein komme was wolle, koste es was es wolle. Der Verrat von Schröder an diesen Grundprinzipien haben mich entfernen lassen. Denn es war ja nicht nur Schröder, auch Schröder brauchte in seiner Partei Mehrheiten.
Ich fand auch die Grünen mal Dufte. Dass Joschka Fischer als Steinewerfer identifiziert wurde, tat meiner Zustimmung keinen Abbruch. Mein Bruch kam mit dem Balkankrieg, als die vermeintliche Friedenspartei einem Krieg zustimmte, der nicht legitimiert war. Seither haben sich die Grünen in eine astreine Kriegspartei verwandelt, neben dem ganzen anderen Unfug.
Gregor Gysi, übrigens lange vom Verfassungsschutz beobachtet, fand ich in vielen politischen Feldern ganz toll. Gysi hielt den Linken Laden zusammen, die Spinner (die es immer gab) an der kurzen Leine, bis er irgendwann vom Zeitgeist gefressen wurde. Seither haben die Linksextremisten das Ruder übernommen, die völlig bekloppten.
Mutti Merkel fand ich eine Zeitlang toll. Sie hat der Männerriege in Berlin ein um das andere Mal gezeigt (nicht wahr Friedirch), wo der Hammer hing und weil ich zu Beginn der Migrationskrise zwar nicht eindeutig ihrer Meinung war, wohl aber die Haltung an sich überragend fand.
Ein kompletter Bruch zu diesen ganzen Parteien entstand während Corona. Im Umgang mit der Frage der Migration, dem Krieg gegen Russland und schlussendlich dem Gebaren gegenüber der AFD. Dafür muss ich im kein AFD-Wähler sein, ein waschechter Demokrat zu sein reicht völlig aus.
Ich bin absolut sicher, wäre man gleich zu Beginn in eine echte politische Diskussion mit den „Blauen“ gegangen, sie wären heute eine Splitterpartei oder nicht mehr existent. In Inhalten sehe ich die AFD zu schwach um tatsächliche, nachhaltige Änderungen herbei zu führen. Was sie durch ihre bloße Existenz allerdings richtig super macht, ist die Demaskierung aller Altparteien inklusive der Linke ähm SED.
Der Poster Boy in Sachsen-Anhalt ist dabei eine echte Ausnahme. Kommt daher mit einem bodenständigen Beruf und einem Studium, ein Albtraum für Linke und Grüne und für dieses Volk ganz sicher der gefährlichste Politiker Deutschlands. Das Wahlprogramm der AFD in Sachsen-Anhalt ist eine Wohltat. Bevor die CDU ins Wanken kommt, hat er auch gleich klargemacht, dass eine Regierung der AFD nur mit einer absoluten Mehrheit in Frage kommt, denn so sagte er, was soll man mit denen verändern. 100 Punkte für den Kandidaten.
Ich glaube nicht dazu kommt, die Superdemokraten oder besser, die, die sich dafür halten, werden schon Spitzfindigkeiten finden, um das zu verhindern. Allerdings wird sie das auf lange Sicht nicht retten, denn eine Politik, die nur eine einzige Sache zu Stande bringt, gegen die AFD zu sein, hat keine Zukunft. Am Sonntag beginnt der Kulturkampf richtig, ihr Wichser.
Höher, schneller, weiter oder Blau ist bunt gennuuug.
